T.D.A.B. e.V. Türkisch-Deutscher-Akademischer Bund e.V.
Pädagogisches Konzept des Gymnasiums Dialog (GD) in Köln
Die Ersatzschule GD ist den allgemeinen Leitlinien für den Erziehungs- und Bildungsauftrag der Gymnasien in Nordrheinwestfalen - wie sie in der Landesverfassung und den Schulgesetzen formuliert sind, verpflichtet. Erziehung und Unterricht bewegen sich in dem Rahmen, den die jeweils gültigen Richtlinien und Lehrpläne des Landes NRW vorgeben. Diese fordern zum einem die Vermittlung von humanistischen Wertvorstellungen und Normen, die es ermöglichen, eine selbstverantwortete, humane Zukunft zu gestalten und zum anderen verlangen sie die Orientierung an Wissenschaft, insbesondere Schulung und Bewusstmachung von fachspezifischen Methoden und wissenschaftspropädeutischen Arbeitsweisen. Das Geschehen im Unterricht und das soziale Miteinander der Schule wollen wir diesen Zielen entsprechend nach folgenden Grundsätzen weiterentwickeln:
1. Menschenbild
„Gebt den Kindern Gelegenheit sich selbst zu entdecken... Lasst sie Triumph und Niederlage erleben... weist ihnen verantwortliche Aufgaben zu, bei denen zu versagen, die kleine Gemeinschaft gefährden heißt... übt Phantasie!“
Dieser Satz stammt von Kurt Hahn (1886-1974), der als bedeutender Reformpädagoge gilt. In seiner Erziehung sollte es nicht mehr nur um Wissensvermittlung per Lehrbuch gehen, sondern um die Gesamtpersönlichkeit des jungen Menschen, wobei die Betonung auf der Selbstentwicklung der schöpferischen bzw. der praktischen Kräfte lag. In diesem Sinne ist das Anliegen unseres GD durch exemplarische Lernprozesse, in denen junge Menschen vor physische, psychische und soziale Herausforderungen gestellt werden, diese in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern und sie dazu befähigen, ihre Lebenswelt verantwortlich zu gestalten. Einer Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung und der Entwicklung sozialer Kompetenz werden dabei folgende übergeordnete Ziele formuliert:
- soziale Erfahrung des Miteinander und des „Aufeinander – angewiesen – seins“ in der Gruppe
- Handlungsfähigkeit des eigenen Körpers erleben
- sinnenhafte Erfahrungen in und außerhalb der Natur machen
- persönliche Grenzen erkennen, einschätzen und grenzerweiternde Erfahrungen machen.
Die oben aufgeführten Punkte können auch unter dem Begriff „Key Skills“ zusammengefasst werden. Hierzu zählen vor allem Begriffe wie Handlungskompetenz, Beziehungsfähigkeit, Toleranz, Teamfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit.
2. Bildungsziel
- Ein wesentlicher Schwerpunkt allgemeiner Schülerbetreuung liegt auf dem Feld intensiver Beratung über die möglichen Schullaufbahnen wie auch bei über die Schule hinausgehenden Problemen. Dabei vermittelt die Schule im Unterricht ein solides, anspruchvolles Fachwissen und eine breite Allgemeinbildung, bei der immer wieder fächerübergreifende Bezüge hergestellt werden.
- Fachübergreifende Projektarbeit: In fächerübergreifenden Projekten werden möglichst häufig komplexe Aufgabenstellungen im Schuljahr bearbeitet. Die Schüler lernen dabei das eigene Lernen anders zu organisieren und werden in besondere Methoden eingeführt (z.B. Gruppenarbeit).
- Die Schüler lernen in der Schule schulische Anforderungen als positive Herausforderungen zu sehen, sie zu akzeptieren und optimistisch zu bewältigen.
- Die Schüler werden zu mehr Akzeptanz und Toleranz erzogen, um in der heutigen multikulturellen und sich ständig ändernden Gesellschaft zu bestehen. Demokratisches Verhalten soll durch die schulischen Möglichkeiten der Mitbestimmung erlernt und eingeübt werden.
- Der Unterricht sensibilisiert für historische, kulturelle, gesellschaftliche, politische und ökologische Zusammenhänge und ermutigt dazu, sich den Anforderungen der Zukunft zu stellen und eigene Wertvorstellungen zu entwickeln und zu vertreten.
- Wir verbessern die Qualität des Unterrichtes durch veränderte Lehr- und Lernmethoden und ermöglichen eigenverantwortliches Arbeiten durch besondere Methodenkompetenz.
- Wir fördern Selbständigkeit und Übernahme von Verantwortung, wir unterstützen Leistungsbereitschaft und Motivation.
- Wir entwickeln und festigen Traditionen und Traditionsbewusstsein als wichtige Bestandteile der Schulidentität.
- Zum erfolgreichen Bewältigen von Konfliktsituationen gehört auch das Vermitteln der Erkenntnis, dass Konflikte offen besprochen werden müssen. Wir reflektieren regelmäßig schulische Prozesse und befähigen uns Kritik zu üben und auszuhalten.
- Mehrsprachigkeit: Im Gymnasium wird besonderer Wert auf die Sprachen gelegt. Englisch, Französisch und/oder Türkisch sind neben Deutsch die Unterrichtssprachen.
- Beitrag zur Integration: Wir fördern Mitmenschlichkeit, Toleranz, Weltoffenheit und Vertrauen durch achtungsvollen Umgang miteinander
- Wir streben eine fundierte allgemeine Bildung an, Fachkompetenz wird verknüpft mit der Entwicklung sozialer und personaler Kompetenz.
- Medienkompetenz: Der Unterricht wird unter Einbeziehung neuer Medien und Arbeitsformen so gestaltet, dass die Aktivität der Schülerinnen und Schüler gefordert und gefördert wird. Moderne Methoden der Informationsbeschaffung (Internet) sowie die Grundlagen (PC-Praxis, Soft- und Hardware) werden nach einer Einführungsphase zum Bestandteil des Unterrichts. Die Schüler werden ab Jahrgang 7 in den Umgang mit dem Computer eingeführt. Sie lernen mit Textverarbeitungsprogrammen, mit Tabellenkalkulationsprogrammen und mit dem Internet. Von Jahrgangsstufe zu Jahrgangsstufe wird der PC-Anwendungsbereich weiter vertieft bzw. PC wird vermehrt fächerübergreifend eingesetzt.
- Wir richten die Ziele, Inhalte und Formen schulischer Bildung und Erziehung so aus, dass im Lern- und Entwicklungsprozess der Kinder und Jugendlichen die Fähigkeiten gefördert werden, die mit dem gesellschaftlichen Wandel verbundenen Spannungen aushalten, ausgleichen und aktiv bearbeiten.
- Eine erfolgreichere pädagogische Aktivität ist nur durch eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern und der Schule realisierbar, weshalb der Elternkontakt durch kontinuierliche Elternversammlungen erreicht werden soll. Bei den Elternabenden soll ein reger Informationsaustausch über die Entwicklung der Kinder stattfinden. Ein weiteres Ziel der Elternarbeit ist es, Eltern vor allem für Tätigkeiten in der Schule Mitverantwortung zu übertragen und sie zur ehrenamtlichen Mitarbeit zu motivieren.
- Die Kinder und Jugendlichen sollen ihre sprachliche Kompetenz in erster Linie in den Fächern Deutsch und Englisch, später aber auch in den anderen gängigen (Wahlpflicht)-Sprachen im Unterricht erweitern und vertiefen.
- Das mittlerweile zehnjährig gesammelte Fachwissen, die Erfahrung und die Kompetenz des Schulträgers in Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe im Rahmen von Bildungszentren wird im Einvernehmen der Eltern den Kindern und Jugendlichen im Nachmittagsbereich primär als Hilfe zur Selbsthilfe (effiziente und eigenständige Hausaufgabenerledigung) sowie zur Lückendeckung in den Haupt- und Nebenfächern angeboten.
- Es wird keinen Religionsunterricht geben, als Ausgleich wird Ethik angeboten. Auf Basis einer offenen und laizistischen Weltanschauung werden humanistische Grundwerte vermittelt und gefördert.
Organe der Schule:
- Lehrerkonferenz
- Schülerparlament
- Elternvertretung
- Schulkonferenz
Über eigenes Schülerparlament sollen die Schüler demokratische Spielregeln einüben und sich an der Gestaltung des Schullebens aktiv beteiligen.
3. Fremdsprachen
Ein zusammenwachsendes Europa und eine immer kleiner werdende Welt erfordert eine bildungspolitische Antwort von uns. Die Antwort hierzu ist die Mehrsprachigkeit. Beim GD soll deshalb besonderer Wert auf das Erlernen von Fremdsprachen gelegt werden. Der Schwerpunkt der Sprachen liegt auf Deutsch (ca. 75 bis 80%), Englisch, Französisch und/oder Türkisch. Außerdem wird in den Klassen 5 und 6 verstärkter Förderunterricht in den gewählten Zweitsprachen und dem Fach Englisch angeboten. Das GD ist eine Ersatzschule mit Sekundarstufe I und II, die die Jahrgangsstufen 5 bis 12 umfasst. Sie vermittelt eine gründliche Allgemeinbildung und entwickelt die Fähigkeiten des einzelnen Schülers als Voraussetzung für berufliche und studienqualifizierende Bildungsgänge. Der Unterricht findet überwiegend im Klassenverband (Pflichtunterricht) statt, drei bzw. vier Stunden Kurs-Unterricht pro Woche werden klassenübergreifend erteilt.
Im Wahlpflichtbereich ab Klasse 8 bietet das GD neben einer dritten Fremdsprache den Lernbereich Naturwissenschaften und die Fächer Informatik und Technik an. Der Fächerkanon ergibt sich aus der Stundentafel der Sekundarstufe I – Gymnasium (gültig ab 01.08.2006). Zusätzlich soll anstelle des Faches Religion Ethikunterricht angeboten werden. Die Stundentafel entspricht den Vorgaben der Sekundarstufe I und II für Gymnasien in NRW: Der wöchentliche Pflichtunterricht umfasst ca. 30-33 Stunden in den Jahrgängen 5-6. 31-35 Stunden in den Jahrgängen 7-9 und entsprechend relevantes in den Jahrgangsstufen 10-12.
4. Bildungsgänge im Gymnasium
Im Folgenden wird detailliert auf den Inhalt eingegangen:
Jahrgangsstufe 5 (ab 2007/2008):
Die Schulneulinge sollen zum selbständigen und verantwortungsvollen Handeln erzogen werden. Sie nehmen zu Beginn des Schuljahres an einer „Jahrgangskennenlernfahrt“ teil. Die Schüler pflegen die Grünanlagen der Schule bzw. entwickeln ein Bewusstsein für eine ökologische Verwertung benutzter Ressourcen.
Jahrgangsstufe 6 (ab 2008/2009):
Vertiefung des Verantwortungsbereiches und Verstärkung der Selbständigkeit. Die Schüler pflegen die Grünanlagen der Schule und bzw. entwickeln ein Bewusstsein für eine ökologische Verwertung benutzter Ressourcen. Weiterentwicklung dieses Bewusstseins über eine Projektwoche für Ökologie in der Schule. Einbeziehung der Elternhaushalte. Bewusstseinsförderung zur Unterstützung von schwachen und älteren Menschen im täglichen Umgang sowie aktiver Hilfebeitrag.
Jahrgangsstufe 7 (ab 2009/2010):
Vertiefung des Verantwortungsbereiches und Verstärkung der Selbständigkeit. Klassenfahrt unter dem Motto „Städte und Landschaften erleben, Menschen kennen lernen “. Die Schüler pflegen die Grünanlagen der Schule. Sie lernen in fächerübergreifenden Projekten das Bearbeiten komplexer Aufgabenstellungen. Sie werden in den Umgang mit dem Computer eingeführt. PC-Grundkenntnisse, Hard- und Software werden erlernt und im Fachunterricht und in einzelnen Projekten angewendet.
Jahrgangsstufe 8 (ab 2010/2011):
Die Schüler sollen ihr Lernen zunehmend selbständiger organisieren und Schlüsselqualifikationen trainieren. Die Schüler nehmen an der Gestaltung und Betreuung der Anschauungstafeln im Schulgebäude (Arbeitsgemeinschaften, Projekte, Wettbewerbe, Wissenschaftstage und Presseveröffentlichungen zur Schule) teil. Die Schüler lernen in fächerübergreifenden Projekten das Bearbeiten komplexer Aufgabenstellungen. PC-Kenntnisse werden vertieft. In Wahlpflichtkursen (WP) und Wahlkursen besonderer Prägung sollen die Schüler anhand selbst gewählter Schwerpunkte ihre fachlichen Fähigkeiten und besonderen Kompetenzen erproben und festigen. Sie lernen berufsvorbereitend Beziehungen zwischen Schulfächern und Arbeitswelt kennen.
Jahrgangsstufe 9 (ab 2011/2012):
Die Schüler erhalten weitere Einblicke in die Arbeits- und Berufswelt über die Berufsinformationszentren (BIZ). Sie werden von uns beraten und unterstützt, wenn sie an einem Austauschprogramm teilnehmen und im Ausland ein Schuljahr absolvieren möchten.
Die Schüler gestalten den Aufenthaltsraum der Schule und halten diesen mit Hilfe eines Wochenplanes in Ordnung.
Eigenverantwortliches Arbeiten erfolgt im WP-Bereich durch die Wahl und Mitgestaltung eines Faches zur Spezialisierung nach Neigung. Die Schüler können ein bilinguales Fach im WP-Bereich auswählen. Sie lernen im Fach Technik die Berufs- und Arbeitswelt kennen. Die Schüler absolvieren ein dreiwöchiges Betriebspraktikum, erstellen eine Praktikumsarbeit und präsentieren diese. Es wird ein WP - Fach Informatik angeboten. Prüfungsvorbereitung lt. geändertem Schulgesetz.
Jahrgangsstufe 10; Gymnasiale Oberstufe (ab 2012/2013):
Die Schüler erlernen neben Fachinhalten für die Oberstufe wichtige Arbeitstechniken. Ihnen wird an unserer Schule ein sehr breit gefächertes Kursangebot mit vielen Wahlmöglichkeiten geboten. Die Schüler können an einer Sprachreise nach England oder in die Türkei teilnehmen. Sie unterstützen die Lehrer bei der Aufsicht und Betreuung der Schüler der Klassen 5 –7 im Nachmittagsbereich. Sie fertigen in verschiedenen Fächern (z.B. Kunst, Geschichte, Politik, Englisch) Belegarbeiten zu einem selbst gewählten Thema an. Schüler nehmen als Projektleiter mit selbst entwickelten Projekten an der Projektwoche teil (Schüler helfen Schülern).
Jahrgangsstufe 11; Gymnasiale Oberstufe (ab 2013/2014):
In der Qualifikationsphase wird die selbständige Arbeit der Schüler weiterentwickelt und gefördert. Sie bereiten sich auf das Abitur vor. In Jahrgangsstufe 11 wird ein Schüleraustausch mit einer Partnerschule angeboten. Die Schüler nehmen am Projekttag „Uni und Beruf“ teil und informieren sich über Studien- und Berufsmöglichkeiten. Verschiedene aktuelle Themen werden als Projekttage wie z.B. „UNICEF und unser Beitrag“, „Frieden“ und „Ökologie“ von Experten gestaltet. Danach unterrichten die Schüler der Oberstufe die Schüler der Sek. I. Die Schüler gestalten eine Projektwoche für die Klassen 5 – 9 als Projektleiter in selbst entwickelten Projekten. Zusätzlich können die Schüler sich bei der Arbeitsgruppe „Wissenschaftstage“ bewerben, um in den Ferien ein wissenschaftliches Praktikum an einer Einrichtung der Grundlagenforschung oder einer Universität durchzuführen.
Jahrgangsstufe 12; Gymnasiale Oberstufe (ab 2014/2015):
Die Schüler vertiefen in diesem Jahrgang das Erlernte und bereiten sich auf die Abiturprüfung vor.
5. Ausserunterrichtliche Aktivitäten
Mit der Auswahl und Festlegung durchgestufter pädagogischer Kernbereiche und pädagogischer Schwerpunkte wollen wir den Schülerinnen und Schülern zum einen Hilfen zur erfolgreichen Mitarbeit im Fachunterricht geben und zum anderen ihnen die Möglichkeit eröffnen, sich ihrer persönlichen Leistungsprofile bewusst zu werden. Die Arbeit an diesen pädagogischen Kernbereichen erfolgt durch zusätzliche Angebote außerhalb der Stundentafel öffentlicher Schulen.
- Theaterunterricht
- Klassenkreisgespräch (Kommunikationstraining + Konfliktbewältigung)
- Training von Lernmethoden
- Zwei zusätzliche Stunden Sport mit wechselndem Angebot
- AG’s finden am Nachmittag statt (Chor, Lesen, Handwerk; Computer, Englisch, Deutsch, Spanisch, Volleyball, Fußball, Schülerzeitung...)
- Schülerarbeitszirkel: Mit der Einrichtung von Arbeitsgemeinschaften, der Ausgestaltung des künstlerischen Bereiches und dem Fahrtenprogramm bietet das GD den Erfahrungsraum, in dem der Einzelne die Notwendigkeit, die Vorteile, aber auch die Anforderungen des Lebens in einer Gemeinschaft erfährt. Darüber hinaus wird dem Einzelnen die Möglichkeit eröffnet, Erfahrungen mit Formen selbstständigen Arbeitens zu sammeln.












